Mit dem Wohnmobil entlang der mecklenburgischen Seen und Ostseeeküste

Ein Reisebericht - Teil 1

3 Wochen Urlaub - unser Ziel war zunächst die mecklenburgischen Seenplatte und später entlang der Ostseeküste von Wismar nach Usedom zu fahren.

Um wirklich alles zu sehen reichen 3 Wochen bei weitem nicht aus, das war uns im Vorfeld klar, aber wir waren noch nie in dieser Gegend Deutschlands. Wir sind auch keine Sklaven unserer Planung, wenn es uns irgendwo gefällt bleiben wir einfach länger. Allerdings ist unser Reiseverhalten auch so, das wir nie eine Woche Dauercamping an einem Ort machen.

Um es vorweg zu nehmen, ja wir sind nach 3 Wochen tatsächlich in Usedom angekommen und die Tour war für uns wirklich großartig.

Details und Tourenvorschläge zu den Orten an den wir waren findet ihr auf den Seiten  Mecklenburgische Seen, Küste, Rügen und Usedom.

 

Mit 160 km hatten wir heute eine große Tagesetappe zu fahren, der Stop im Sternenpark und Havelland war so geplant, dass die Anfahrt von zu Hause zu den mecklenburgischen Seen nicht endlos wird.

Vom Ribbeck bis Rheinsberg sind es ca. 80 km - rund 1,5h - über Straßen die eine Herausforderung für Fahrer und Wohnmobil waren - Kilometer lange Routen die mit Schlaglöchern und Bodenwellen, willkommen im urtümlichen Osten der Republik.

Rheinsberg war der erste Ort für uns an den mecklenburgischen Seen und was eben noch ein komplettes Frühstück kostete, sind hier die Parkgebühren für eine Stunde.

Der Schlosspark ist so wie man sich einen Schlosspark vorstellt - gerade große Wege die auf das Schloss zulaufen, daneben kleine verschlungene Pfade vorbei an Skulpturen und Freilichttheater.

Das Schloss selbst liegt malerisch direkt am See - auf eine Besichtigung der alten Räume und des  Kurt Tucholsky Literaturmuseum haben wir verzichtet.  Auch auf die in der Nähe des Schlosses üblichen Cafés / Restaurants und Ausflugsboote - unser Weg ging weiter Richtung Serrahner Buchenwälder im Müritz Nationalpark.

Nach kurzen Stop an einem der unzähligen Seen haben wir uns für den Stellplatz am Fischer in Rödlin entschieden. Das ist ein ziemlich abgeschiedener Platz an einer Fischerei. Eine große Wiese mit einer Stromsäule, ein Wasserschlauch, keine Entsorgung und auch kein Geschäft / Restaurant in Rödlin.

Der Handy Empfang war auch gleich null, was uns in dieser Abgeschiedenheit auch nicht weiter wunderte.

Weiter ging es nach Neustrelitz. Das Schloss existiert schon lange nicht mehr, der Schlosspark aktuell eine Baustelle, dennoch wollten wir zumindestens im vorbeifahren den klassischen Marktplatz sehen. Zwischenstop für eine Fotosession und dann weiter nach Wesenberg.

Der Stellplatz liegt an der Marina und bietet von Ver-/Entsorgung über Duschen, Brötchenservice alles was man braucht oder auch nicht, dafür mit 19 Euro inkl Hund auch recht teuer.

Den Nachmittag verbrachten wir in Wesenberg, in der Hoffnung dort Handy Empfang zu haben und etwas arbeiten zu können. Aber auch hier war kaum Empfang und wir besichtigen Burg und Städtchen. Die Burg wenig spektakulär, der Ort schön hergerichtet aber auch nicht wirklich auf Tourismus aus. Der Biergarten Ruhetag, das Restaurant am Markt erst ab 17 geöffnet. So schlenderten wir durch die Straßen, insgeheim doch noch ein Café zu finden und landeten am Ende doch im Restaurant am Markt.

Uns führte die Tour weiter nach Mirow mit dem malerischen Schloss und der Liebesinsel. Der Ort selber war vorhersehbar nur eine Durchgangsstraße, Schloss und Liebesinsel waren dafür um so malerischer. Ein Kaffee im Schlosspark, erwähnte ich schon das hier auch kein ausreichendes Handy Netz für Datentransfer bestand, und wir machten uns auf den Weg zur Müritz.

Da wir am nächsten Tag im Nationalpark mit den Rädern unterwegs sein wollten, fuhren wir bis nach Boek - das ist der letzte Ort der mit dem Auto im Süden des Nationalparks erreichbar ist.
Als Stellplatz kam hier nur ein Campingplatz infrage bei Null Handyempfang - so zogen wir es vor zurück nach Rechlin zu fahren.
Der Campingplatz war dort relativ überschaubar und mitten in der Natur.

Röbel zu finden war nicht schwer, den Yachthafen hatten wir auch relativ schnell ausgemacht, nur irgendwie wollten wir nicht so recht die Zufahrtsstraße finden. Das Mobilfunknetz streikte für Siri und google auch hier und so brauchten wir einige Zeit und Umwege bis wir doch noch in den richtigen Weg abgebogen sind.
Der Stellplatz ist sehenswert, direkt am Yachthafen gegen, Blick über die Boote und Müritz. Dafür sind die 20 Euro okay, klar oder Duschen und Toiletten braucht, das geht noch mal on Top.
Wir haben den Abend bei einem Schnitzel im Bootsrestaurant ausklingen lassen, warum hier alle Welt Matjes und Scholle isst die ja nunmal aus der Nordsee kommen kann ich mir nicht wirklich erklären…. Fisch ist ja gut, aber eigentlich sollte die Müritz ja fischreich sein???

Nach dem Zusammenpacken gab es in Federow eine kurze Rast, hier ist eine Seeadler Live Cam Übertragung aus dem nahe gelegenem Horst. Die Seeadler waren leider ausgeflogen, gegenüber gab es aber auf der Terrasse in der Sonne einen zweiten Kaffee.

Es ging für uns zurück in die Zivilisation, wir haben uns das Städtchen Waren angeschaut. Ein touristischer Hafen, eine nette Fußgängerzone zum bummeln, Cafés und Restaurants an jeder Ecke.

Weiter ging es nach Klink, was nur ein kurze Halt. Zunächst sind wir in Klinik eingebogen, und dachten schon , hey was für ein Riesen Parkparkplatz für das Schloss. Es dauerte eine weile bis wir die Schilder richtig gelesen hatten, wir waren in Waren Klinik, das war nur ein Krankenhaus Areal (allerdings wohl auch Strandbad), Klink lag 2 km weiter …

Das Schloss Klink gab dann doch noch ein Fotomotiv her, mehr der auch nicht - dafür wollten wir uns Röbel, dort wo wir vor 2 Tagen am Yachthafen standen, noch einmal genauer anschauen.

Röbel ist jetzt auch nicht so das riesen Highlight,  nette Gassen, wenn auch viel Verkehr, alte Kirchen, überschaubarer Tourismus am Hafen. Die Bezeichnung „Die bunte Stadt an der Müritz“ finden wir nun doch etwas überzogen.
Bolter? Scheune - eine Shopping Mal in der Pampa - das wollten wir sehen. In einer der größten Scheunen Norddeutschlands sollten hier verschieden Geschäfte mit lokalen Produkten und Cafés untergebracht worden sein.

Da wir von Centro und Co das kostenlose parken kennen sind wir gleich mal auf den Parkplatz durch die Ausfahrt eingebogen, erst später haben wir gesehen das in der Einfahrt Parkgebühren kassiert wurden und sind daran vorbeigeschlichen ;) Keine böse Absicht, aber an der Ausfahrt war der Parkplatz so schön leer und da standen schon ein paar WoMos.

Die Scheune selbst ist sicherlich aufgrund ihrer Geschichte sehenswert (Bilder und Historie sind im Eingangsbereich ausgestellt). Die Geschäfte …. teils interessant (Kerzen & Seifenmanufaktur) , mache nicht ganz unser Geschmack (riesiger Seidenblumen Laden). Im Café Bereich fand zusätzlich ein Trödelmarkt statt - hier hätte jeder Liebhaber sozialistischer DDR Kultur seine Freude gehabt.  Vom Geschirr über Radios und Spielzeug wurde allesmögliche angeboten.

Etwas ernüchtert fuhren wir Richtung Malchow, um dort festzustellen das wir gar nicht auch die Altstadt auf die andere Seite des See fahren dürfen (gesperrt über 2,8 t, Umleitung weiträumig über Bundesstraße und Autobahn). So fanden wir dann zufällig den nur 3km von Malchow entfernten Stellplatz an der Marina.
Ein netter Betreiber, ein Stellplatz all incl. - Preise gestaffelt nach Ausblick zum See oder auf großer Wiese.

Wir wählten den first class Seeblick mit geilen Duschen, sauberen Toiletten und Geschirrspülmöglichkeit für 22 Euro. - einzig und allein reichte unser Stromkabel mal wieder nicht für diese Entfernungen.

Den Nachmittag verbrachten wir in Malchow, bestaunten die Drehbrücke, Altstadt & Co.

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