Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Heinrich Heine, einer der wichtigsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts schrieb seine bekannten Verse zur Loreley 1824. Aber schon seit Urzeiten ist das Durchbruchstal des Rheins durch das Schiefergebirge eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands. Hügelgräberfelder zeugen von einer Besiedelung seit der frühen Eisenzeit. Für die Römer ein wichtiger Handelsweg zwischen Mittelmeer und den nordischen Ländern, wandelte es sich mit seinen zahlreicher Burgen und Schlössern, steilen Weinhängen und malerischen Landschaften ab dem 19. Jahrhundert zum romantischen Rheintal.

Das obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist heute UNESCO Welterbe. Aber auch nach der Mündung der Mosel bei Koblenz fließt der Rhein an Orten voller lebendiger Geschichte und Kultur vorbei - Andernach, Arenfels, Sinzig und Rolandseck - um nur einige zu nennen.
Das Tal ist geprägt vom Rhein, den angrenzenden steilen Weinlagen und alten Dörfern. Seit Menschen die Region besiedeln war es ein wichtiger Verkehrsweg, zu Wasser und auf den Uferstraßen. So ist es auch heute noch stellenweise ein ungelöster verkehrspolitischer Flaschenhals mit Bahnlinie und Autoverkehr im engen Tal. Über weite Strecken führt inzwischen ein Fahrrad- und Wanderweg entlang des Rheins abseits der Straßen, und durch die Weinberge und Wälder die beliebten Fernwanderwege Rheinsteig und Rheinburgenweg.

Natürlich dürfen - wenn man diese Region das erste Mal besucht - Loreley, Rüdesheim mit seiner Drosselgasse, Burg Pfalzgrafenstein und Co. nicht fehlen. Aber um wirklich in diese durchaus romantische Gegend einzutauchen, sollte man die ausgetretenen Wege der Kegelvereine verlassen und die Weinberge hoch über dem Tal durchstreifen, vorbei an Burgen und Burgruinen voller lebendiger Geschichte, und in einer der typischen Straußenwirtschaften den heimischen Wein verkosten und bei einer Brotzeit das Mittelrheintal genießen.