Mit dem Wohnmobil durch Ostfriesland

Wir haben ein extra langes Wochenende von Samstag Mittag bis Dienstag Abend frei, das Wetter meint es gut mit uns, und so geht es ans Meer - Ostfriesland wird die nächsten Tage unsere Heimat werden.

Wir waren dort schon einige male, Norderney, Langeoog, Aurich … aber noch nie mit dem Wohnmobil. Auch gibt es noch einige Orte die wir bisher übersehen hatten, Rysum zum Beispiel, auch das Wangerland mit Hooksiel und Schilling und die Fehnroute.

Viel zu viel für ein paar Tage, aber wir haben lieber mehr interessante Orte im Gepäck, als irgendwo zu stranden wo es uns nicht gefällt.

Erst zwei Kilometer weiter wird uns klar, das wir uns in einer Sackgasse befinden, am Gaswerk Gassco (hier wird übrigens 30% des deutschen Erdgasverbrauchs über Pipelines aus Norwegen importiert) endet die Straße.

Zurück zur Hauptstraße geht es weiter Richtung Rysum. Es ist schon später Nachmittag, der kleine Parkplatz im Dorfzentrum leer, und so schlendern wir zu Mühle. Die Vorgärten sind liebevoll hergerichtet, in Gedanken stellen ich mir hier die Touristenmassen an Wochenenden vor. Aber hey, heute sind wir hier alleine.

Rysum ist hübsch, bietet aber neben Mühle, Kirche und Vorgärten kaum mehr.

Wir fahren weiter und da der Tag sich dem Ende neigt muss ein Stellplatz her. Die Handys versagen mit ihrem O2 Netz kläglich, das Telekom Netz über den mobile Router bringt uns da weiter….

Weiter auf unserer Route ist eigentlich nur der Stellplatz in Gretsiel oder Norddeich. Auch wenn der Stellplatz in Gretsiel oft voll ist, aber an diesem Abend haben wir Glück.  Keine halbe Stunde später sitzen wir im Hafen und genießen die letzten Sonnenstrahlen bei einem friesischem Bier.

Der Wind bläst immer noch kräftig und kalt aber die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel. 2,7 Kilometer Lang ist der ausgewiesene Hunderundweg. Die Strecke führt vom Strand entlang des Wattenmeers Richtung Neßmersiel und führt dann hinter dem Deich zurück. Im Stellplatzpreis ist der Strandzugang enthalten, für den Hund zahlen wir nochmal ein Euro extra für das Vergnügen.

Danach laufen wir zum kleinen Hafen am Siel und sitzen windgeschützt in der wärmenden Sonne in der Fischbude. Wobei das hier ein ausgewachsenes SB Restaurant mit riesigen Sitzmöglichkeiten ist um wahrscheinlich die Touristenmassen in der Saison bewältigen zu können. Wir haben schon besseren Kibbeling gegessen, man fragt sich ja immer ob das Überhaut noch Nordseefisch ist, oder importierter Buttetrfisch aus Asien.

Um den Mahlbusen (das ist der „See“ auf der Landseite des Siels) führt ein hübscher Spaziergang zum Ort. Immer wieder laden Bänke und Strandkörbe zum „freilenzen“ ein - mit diesem Motto wirbt Dornum um die Gunst der Gäste.

Den Abend verbringen bei einem schönen Sonnenuntergang am Strand.

Der 1,7 km lange Rundweg durch das Stapeler Moor ist recht abwechslungsreich. Viele Tafeln erzählen anschaulich Hintergrundinformationen über das Moor. Ein Bohlenweg lässt echtes Moorfeeling aufkommen, vom Aussichtspunkt hat man einen schönen Rundblick über das Moor.

Die Fehnroute führt uns weiter nach Remels zur Mühle. Nach kurzen Stop an der Mühle führt die Straße malerisch entlang kleiner Kanäle. Nie wäre ich auf die Idee gekommen solche Strecken zu fahren, aber es wirklich schön hier. Immer wieder queren kleine Hubbrücken den Kanal, hübsche Fehenseidlungen entlang des Weges, kleine Schleuse laden zur Rast ein.

Ab Barßel werden die Straßen wieder breiter, kurz dahinter teilt sich die Fehnroute in zwei kurze Abschnitte die sich bei Ostrhauderfehn wieder vereinen. Beide Abschnitte sind heute wegen Straßenbauarbeiten gesperrt ….

Irgendwann erreichen wir Papenburg. Hier weichen wir etwas von der Route ab und fahren bis zur Emsschleuse an der Meyer Werft. Gegenüber der Schleuse sind die riesigen Hallen der Werft zu sehen, hier werden die Kreuzfahrttraumschiffe gebaut, unter anderem auch die Aida.

Nach einer Rast  müssen wir schweres Herzens langsam Abschied nehmen - 4 Tage Ostfriesland, 4 Tage Land und Kultur kennen lernen, wir könnten hier ewig auf Entdeckungsreise gehen.

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