Wohnmobiltour Deutsche Burgenstraße


TourTipp Odenwald

Heidelberg
770 km
ca. 1 bis 2 Wochen

Mit dem Wohnmobil auf der Deutschen Burgenstraße

Von Mannheim bis Bayreuth, über 70 Burgen auf 770 Kilometer – das ist die Deutsche Burgenstraße. Kaum irgendwo sonst in Europa ist die Zeit vom 10. bis in das 19. Jahrhundert so gut erlebbar wie auf der Deutschen Burgenstraße. Klassiker wie Heidelberg, Rothenburg ob der Tauber, Nürnberg und Bamberg liegen auf der Tour zwischen Odenwald und Franken.

Klar, was liegt da Näher als das Wohnmobil zu packen und in die Geschichte abzutauchen. Aber auch mit Zelt oder in Pensionen und in Hotels ist die Ferienstraße ein lohnenswertes Ziel in Deutschland.

Die Wohnmobiltour über die Deutsche Burgenstraße beschreibe ich von West nach Ost, also Start in Mannheim und das Finale in Bayreuth.

Ich bin die Tour nicht in einem Stück gefahren, aber immer wieder in den letzten Jahren auf Teilabschnitte der Burgenstraße unterwegs gewesen. Und genau das kann ich nur empfehlen, mal ein paar Tage entlang der Strecke, aber 70 Burgen hintereinander? Irgendwo brauche ich persönlich dann auch mal eine Abwechslung zu alten Gemäuern.

Wer von dem all nicht genug bekommen kann, die Burgenstraße führt von Bayreuth weiter bis nach Prag, ich schreibe hier aber nur über den deutschen Teil…

Blick über die Rheinebene von Heidelberg
Blick über die Rheinebene von Heidelberg

Von der Rheinebene zum Neckar – die Deutsche Burgenstraße

Mannheim ist der Startpunkt der Burgenstraße im Westen.  Für viele nur eine Industriestadt auf der Durchreise in den Süden, aber das Barockschloss in Mannheim zählt mit seiner 400 Meter langen Schaufassade zu den größten Schlössern Europas. Dazu kommt noch die schachbrettartige Anlage der Innenstadt aus dem 17. Jahrhundert. Übrigens wurde hier erstmalig 1776 ein Blitzableiter an einem Haus montiert.

Schwetzingen ist die nächste Station. Weit weniger bekannt als ihre direkten Nachbarn Heidelberg und Mannheim auf der Burgenstraße, aber der Schlossgarten ist recht imposant. Eine letzte Verschnaufpause bevor die Burgenstraße so richtig losgeht.

Heidelberg und das Heidelberger Schloss sind das nächste Etappeziel. Aber es wäre schade Heidelberg nur aus sein Schloss zu reduzieren. Auch für die Bergbahn, die direkt in der Altstadt abfährt, ist das Schloss nur eine Zwischenetappe. In Molenkur wird umgestiegen und dann geht es auf den höchsten Punkt der Stadt, den Königststuhl, mit einem fantastischen Ausblick auf Heidelberg und das Neckartal.

Aber auch die Alte Brücke, der Malerweg und die Gassen der schönen Altstadt sind einen Besuch wert.

Wir waren – ganz unabhängig von der Burgenstraße – mal ein paar Tage mit dem Wohnmobil in Heidelberg und es hat uns richtig gut gefallen.  Ein lebenswerter Ort und durchaus ein gutes Basislager für die ersten Etappen der Wohnmobiltour auf der Burgenstraße.

Im nächsten Abschnitt geht es nun durchaus beschaulicher zu. Die Burgenstraße führt nun durch das enge Neckartal in den südlichen Odenwald.

Durch das Neckartal bis Mosbach und weiter nach Sinsheim – die Burgenstraße

Neckargemünd, Neckarsteinach und Hirschhorn. Die drei Gemeinden liegen im engen Tal des Neckars und auf den Bergrücken thronen die trutzigen Höhenburgen. Es erinnert mich ein wenig an das Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz, fast mit jeder Fluß- und Straßenbiegung lässt sich eine andere Burg entdecken. Wir sind hier eine Zeit mit den Rädern entlang des Neckarradwegs unterwegs gewesen, ein durchaus willkommen Abwechslung zum Burgenleben.

In Hirschhorn gibt es einen schönen Wohnmobilstellplatz direkt am Neckar und der Burgenstraße. Von dort ist Neckargemünd mit dem Rad erreichbar.

Die nächste Station ist Mosbach, dessen Stadtzentrum etwas abseits des Neckars liegt. Die ehemalige Reichsstadt im Heiligem Römischen Reich liegt zwar flach in einem Talkessel, punktet aber mit hübschen Fachwerkhäusern in der Altstadt. Vom Schloss ist wenig zusehen, dafür lohnt sich ein Besuch des Marktplatzes mit seinen historischen Gebäuden.

Kurz hinter Mosbach verlassen wir das Neckartal und es geht über Neckarbischofsheim nach Sinsheim.

Mosbach
Mosbach Neckar

Tipp Schwetzingen, Heidelberg und das Neckartal

Wer nicht mit dem Rad, Wohnmobil oder Zelt unterwegs ist, dem empfehle ich für den ersten Abschnitt Heidelberg als Ausgangspunkt. Von dort sind es nur wenige Kilometer nach Mannheim und Schwetzingen (ca. ein Tag Besichtigung) und in das schöne Neckar Tal (ein weiterer Tag). Mit ausreichender Zeit in Heidelberg reicht da schon ein verlängertes Wochenende und man kann die herrlichen Kontraste zwischen der Rheinebene, Heidelberg und dem Neckartal genießen. Heidelberg hat auch genügend Abendgastronomie, im Neckartal ist man auf das angewiesen, was grade geöffnet hat.

Wir fahren mit dem Wohnmobil auf der Burgenstraße weiter nach Sinsheim, die nächst größere Stadt an der A 6. Die Burg Steinsberg (nicht zu verwechseln mit der Burg Sinsheim, die es heute nicht mehr gibt) liegt etwas ausserhalb auf einem Hügel.

Die Burg Steinsberg ist dann auch wirklich einen Besuch wert. Majestätisch hebt sich die Burg von den umliegenden Weinhängen ab. Der Parkplatz davor ist fast ein Drive-in von der Autobahn,. Wir waren an einem Vormittag dort fast alleine. Vom Bergfried hat man einen schönen Ausblick auf das Tal und Sinsheim, zeitweise hat auch die Gastronomie auf. Wer im Bereich der A 6 bei Sinsheim mal eine Alternative zum deutschen Autobahn Rastplatzkoller sucht, ist hier oben gut aufgehoben. Das sind grade mal 10 bis 15 Minuten Fahrt von der Autobahnabfahrt.

Von Sinsheim bis Rothenburg ob der Tauber - die Burgenstraße

Bad Impfen ist die nächste Station. Die Kaiserpfalz gehört zu den Größten nördlich der Alpen. Die sehenswerte historische Altstadt mir Fachwerkhäusern und engen Gassen steht unter Denkmalschutz.

Über Heilbronn und Weinsberg schlängelt sich die Burgenstraße entlang der A 6 bis es in südliche Richtung nach Schwäbisch Hall zum Kloster Großcomburg geht. Mit Schloss Neuenstein, Waldenburg und dem ehemaligen Benediktiner Kloster Comburg in Schwäbisch Hall lässt sich hier schon ein paar Tage verbringen. Aber das nächste Etappenziel ist einfach zu verlockend:

Rothenburg ob der Tauber ist sicherlich ein Highlight auf der Burgenstraße. Über das pittoreske Städtchen brauch mal wohl nicht viel zu schreiben. Hinter den dicken Stadtmauern ist die Zeit einfach stehen geblieben. Die romantischen Gassen in der Altstadt ziehen magisch die Besucher an. Wem das zuviel ist, dem empfehle ich einen Spaziergang über die alte Stadtmauer (2,5 km) mit schönen Ausblicken in die Altstadt.

Durch das romantische Franken bis Bamberg – Mit dem Wohnmobil über die Deutsche Burgenstraße

Mit Rothenburg o.d. Tauber verlassen wir nun auch endgültig die Weinregion – mit jedem Kilometer Richtung Bamberg nähern wir uns der höchsten Brauereidichte in Deutschland. Über Ansbach und Roth geht es zur Kaiserburg in Nürnberg. Deren Besuch habe ich immer noch mit dem Nürnberger Christkindelmarkt auf dem Zettel, vielleicht klappt es ja dieses Jahr. Nürnberg ist – ähnlich wie Heidelberg – schon ohne die Burgenstraße eine Reise wert.

Über Forchheim und Burg Rabenstein erreicht man endlich Bamberg, ein weiteres Highlight auf der Burgenstraße.

Der Stellplatz ist oft belegt, da lohnt sich ein frühes Ankommen in der Hoffnung das jemand abreist. Um Bamberg gesehen zu haben, sollte man schon zwei Tage Zeit einplanen. Auch dann gibt es immer noch ungesehene Ecken, man fährt aber nicht mit einem diffusen Gefühl der ungesehenen Highlights weiter. Wir waren zwei Tage in Bamberg, für einen Rundgang durch die Altstadt sollte das reichen.

Bamberg
Bamberg

Von Bamberg nach Bayreuth – Wohnmobiltour auf der Burgenstraße

Die Burgenstraße macht nun eine große Schleife über Couburg, Kronach und Kulmbach nach Bayreuth. Die Region ist fest in fränkischer Hand und grenzt fast an Thüringen. Nach der Metropolregion Nürnberg wird es wieder deutlich ländlicher. Sanfte Hügel und das Tal des oberen Mains prägen die Gegend. Coburg ist mit der Feste und Schloss Ehrenburg noch ein Highlight bevor es auf das Finale in Bayreuth zugeht.

In Bayreuth gibt es dann nicht nur Wagner, sondern auch das Alte und Neue Schloss und die Eremitage. Alleine für die Schleife der Burgenstraße ab Nürnberg bis Bayreuth würde ich eine Woche ansetzten. Neben Burgen und historischen Städten lässt sich hier auch wunderbar wandern.

Und wem das alles nicht reicht, der folgt der Burgenstraße bis nach Prag.

Rothenburg o.d. Tauber

Tourfazit & Tipp Mit dem Wohnmobil entlang der Burgenstraße

Für mich sind die 770 Kilometer der Burgenstraße nichts was ich an einem Stück abfahren würde. Nach ein paar Tagen Burgen Sightseeing brauche ich Tapetenwechsel – Wald, idyllische Orte, das Leben genießen. Klar kann man das alles entlang der Strecke, aber dann brauch man auch entsprechend Zeit. 3 Wochen?

Die Burgenstraße verläuft vom Rheintal bis fast zur tschechichen Grenze in West-Ost Richtung. Mit jeder Tour in Nord-Süd Richtung quert man in Deutschland die Burgenstraße. Man sollte sich die Zeit nehmen und ein paar Tage frei halten, um auf dieser durchaus sehenswerten Tour einen Abschnitt zu erkunden.

Das Tourismus Büro www.burgenstrasse.de hält einige nützliche Broschüren bereit. Von der kompletten Tour mit detaillierten Karten und Sehenswürdigkeiten bis zu Flyern zu den Stellplätzen entlang der Burgenstrasse. Daher verzichte ich hier auch auf eine Karte, Mannheim, Heidelberg, Rothenburg o.d.T. Nürnberg und Bamberg wird schon jeder irgendwie lokalisieren können.

Habt viel Spaß auf der Runde, mir selbst fehlen noch ein paar Abschnitte, das werde ich dann später ergänzen.

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Besuchte Stellplätze entlang der Route (Auswahl)
Wohnmobilstellplatz
Hirschhorn

Neckar


Wohnmobilstellplatz
Stellplatz Rothenburg

Wohnmobilstellplatz
Stellplatz Bamberg