TourTipp Schleswig-Holstein • Juni 2018

Das Eidersperrwerk und Katinger Watt

Bei einer Sturmflut am 16./17. Februar 1962 kam es zu einer Flutkatastrophe entlang der deutschen Nordseeküste die 340 Menschen das Leben kostete. Allein Hamburg beklagte 220 Tote, das erfolgreiche Krisenmanagement von Helmut Schmidt in der Hansestadt war damals der Grundstein seiner Politikerkarriere.

Auch an der Eider kam es im Hinterland noch zu schweren Überschwemmungen. Um nicht die kompletten Deiche entlang der Eider sturmflutsicher erhöhen zu müssen, entschied man sich für den Bau des Eidersperrwerkes. Von 1967 bis 1973 entstand so das größte Küstenschutzbauwerk Deutschlands.

Obwohl der 33 km lange Abschnitt (Tideneider) der Eider vom Sperrwerk an der Nordsee bis zur Schleuse Nordfeld immer noch den Gezeiten ausgesetzt ist, hat das Sperrwerk die Region nachhaltig geprägt.

Eidersperrwerk

Das Eidersperrwerk besteht aus Fünf Sieltoren von je 40 Meter Länge und einer Schleuse. Im Normalbetrieb sind die doppelten Tore geöffnet, so das die Nordsee und Eider ungehindert in beiden Richtungen fließen können. Der Tidenhub der Eider entspricht damit der normalen Nordsee. Um die Strömungsgeschwindigkeit der Nordsee in die Eider bei Flut abzubremsen, werden äußeren Tore etwas geschlossen. Selbst in dieser Torstellung ist die Strömungsgeschwindigkeit in das Binnenland beeindruckend. Bei Sturmflut werden die Tore komplett geschlossen, so ist das Hinterland geschützt.

An der südlichen Seite liegt ein Parkplatz von dem man zu Fuß über das Sperrwerk laufen kann. Dort stehen auch Infotafeln zur Geschichte und Funktionsweise des größten deutschen Küstenschutzbauwerkes. Die Autostraße verläuft unterhalb des Fußweges in einem Tunnel.

Katinger Watt

Durch den Bau des Eidersperrwerkes und Deichen gegen Hochwasser ist eine große ehemalige Wattfläche der Eidermündung heute nahezu trocken gelegt. Rund ein Drittel des Gebietes ist inzwischen bewaldet. Schattige Wanderwege und ein Abenteuerspielplatz laden zum erkunden ein.

Die großen offenen Flächen mit zum Teil aufgestauten Prielen sind ein wichtiges Vogelschutzgebiet und gehören zum Natura 2000 Schutzgebiet. Unzählige Vogelarten haben hier ihr Brutgebiet gefunden und im Frühjahr/Herbst kommen weitere Zugvögel für eine Rast oder zum Überwintern in das Katinger Watt. Anfang Oktober kommen die Nonnengänse aus den nördlichen Regionen zum Überwintern in die Region.

Das NABU Naturzentrum Katinger Watt lädt groß und klein zum Entdecken und Erforschen des Lebensraums ein. In der Nähe sind auch einige Vogelbeobachtungshütten, in denen man das Schutzgebiet ohne zu stören hautnah erleben kann. Der Beobachtungssturm ist aktuell gesperrt (Stand 2018).

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