Point Alpha und die Wanderung Extratour Point Alpha


TourTipp Rhön

Point Alpha
Point Alpha & Extratour
14.6 km
350 hm
4 Stunden

Point Alpha und die Wanderung Extratour Point Alpha

Point Alpha ist ein ehemaliger Grenzposten an der deutsch-deutschen Grenze und heute Gedenkstätte und Museum. Jahrzehnte lang haben sich hier während des kalten Krieges die Grenztruppen der DDR und der Amerikaner belauert.

Der Grenzabschnitt galt als besonders gefährdet. Es war der westlichste Punkt der DDR und im Ernstfall wurde in diesem Bereich eine Invasion der Truppen des Warschauer Paktes erwartet. Unter Umgehung des Vogelbergs hätten die feindlichen Truppen in kürzester Zeit in Frankfurt stehen können.

Die NATO Verteidigungslinie „Fulda Gap“ reichte von Herleshausen bis Bad Neustadt. Point Alpha war der erste (von vier) Beobachtungsstützpunkten entlang der hessischen Grenze. Er war nie dafür ausgelegt feindliche Truppen abzuwehren, sondern diente als reiner Beobachtungspunkt. 40 Soldaten waren am Point Alpha stationiert.

Point Alpha
Point Alpha & Extratour

Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha

Das Gelände besteht aus dem ehemaligen US Camp mit Beobachtungsturm, einem Abschnitt der originalen Grenzanlage mit Kolonnenweg und dem „Haus auf der Grenze“.

US Camp Point Alpha
Das ehemalige US Camp Point Alpha kann heute besichtigt werden. Vom Beobachtungsturm hat man einen gute Orientierung über die alten Grenzanlagen. Die Unterkünfte und Baracken dienen als Museum, in denen das Leben und die Umstände des Camps dargestellt werden. Es gibt ein paar alte Militärfahrzeuge, in der ehemaligen Kantine ist heute ein kleines SB Restaurant.

Der Grenzstreifen
Zwischen US Camp und dem rund 500 Meter entfernten Haus auf der Grenze steht ein Teil der ehemaligen Grenzbefestigung. Ein 3 Meter hoher Streckmetallzaun, Fahrzeugsperren und Stacheldraht hat die Flucht aus der DDR wirksam verhindert. Der erhaltene DDR Wachturm kann nur mit Sonderführungen besichtigt werden.

Vorbei an den beklemmenden Zeitzeugen der Grenze erreicht man das „Haus auf der Grenze“

Point Alpha - das Haus auf der Grenze
2003 wurde das Ausstellungshaus genau auf der ehemaligen Grenze gebaut.  Es zeigt die Entwicklung der Grenzbefestigungen und deren weltpolitischen Auswirkungen. Im Obergeschoss ist eine Ausstellung zum „Grünen Band“  - der 1.400 Kilometer langen Grenzstreifen durch Deutschland. Schon zu Zeiten des kalten Kriegs war der Grenzstreifen auch ein Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten der bis heute erhalten blieb.

Eintrittspreis Point Alpha (US Camp inkl. Haus auf der Grenze): 8 €, ermäßigt 6 € (Stand 9/2022). Die Grenzanlagen sind frei zugänglich.

Zum Point Alpha gibt es eine sehenswerte Doku in der MDR Mediathek (11/2022 noch aufrufbar): MDR Mediathek

 

Wanderweg Extratour Point Alpha

Der 14,6 Kilometer lange Rundweg „Extratour Point Alpha“ belegte 2017 den 3. Platz bei der Wahl zum schönsten Wanderweg des Jahres. Wer hier öfters liest weiß das mich solche Auszeichnungen wenig beeindrucken, allerdings sind solche Touren in der Regel perfekt ausgezeichnet – Wanderkarte oder GPS Gerät sind nur in Ausnahmefällen erforderlich. Soviel vorab, die Beschilderung ist auch hier perfekt und im „Land der offenen Fernen“ ist die Orientierung auf den unbewaldeten Bergkuppen besonders einfach.

Wir starten die Tour am Point Alpha und parken am US Camp, eine ausgeschilderte Waldstraße zweigt zum US Camp von der Landstraße Geisa - Rasdorf kurz vor bzw. hinter dem Haus auf der Grenze ab.
Alternativ kann man die Tour auch am Haus auf der Grenze oder in Geisa starten.

Vom Parkplatz am US Camp geht es zunächst vorbei am alten Grenzstreifen zum Haus auf der Grenze. Es ist ein sonniger Novembertag, trotzdem ist der 3 Meter hohe Streckmetallzaun schon etwas bedrückend. Stacheldraht, Fahrzeugsperren und Hundelaufleinen sind Zeitzeugen eines dunklen Kapitels.

Wer der Haus auf der Grenze besichtigen will, dem würde ich direkt am Anfang der Tour einen Besuch empfehlen. Es gibt relativ viele Führungen in den Ausstellungsräumen, besonders in den Mittags und Nachmittagsstunden, und es macht wenig Spaß  durch die dann vollen Räume zu laufen.

Die Extratour Point Alpha folgt nun dem alten Kolonneweg. Auf den Betonplatten ist einst die NVA Streife gefahren, heute stehen am Rand große Skulpturen unter dem Titel „Weg der Hoffnung“. Das ganze sieht mehr wie ein moderner Kreuzweg aus, mir persönlich gibt das wenig im Zusammenhang mit der innerdeutschen Grenze.

Die Wanderung zweigt nach einer kurzen Strecke links in das Tal ab.  Von der 1.400 Kilometer langen ehemaligen Grenze die heute als „Grünen Band“ quer durch Deutschland verläuft sind wir nun einen Kilometer gewandert.

Auf schmalen Pfaden und Forstwegen geht es abwärts nach Wiesenfeld. Von weitem ist der Wiesenfelder Turm zu sehen, dort war die Führungsstelle der DDR Grenztruppen. Am Berghang ist deutlich der Verlauf des grünen Bandes erkennbar.

Kolonnenweg am Point Alpha
Point Alpha & Extratour

Hinter Wiesenfeld queren wir den kleinen Bach Geis und ab nun geht es stetig bergauf. Rund 400 Höhenmeter hat die Tour und das ist einer der längeren Anstiege. Der Aussichtspunkt Ulsterblick ist von Bäumen und Sträuchern ziemlich zugewuchert. Die Bank ist zwar bequem erreichbar, aber der Blick ins Tal fest versperrt. Auch wenn wir gerne nach dem Anstieg eine Pause gemacht hätten laufen wir weiter bis auf die Anhöhe zum Kreuz der Geiserämter. Hier oben am Rockenstuhl steht eine große Holzliege mit einer hübschen Aussicht auf das Tal.

Nach ein Pause laufen wir abwärts in das Tal der Ulster. Über einen schmalen Waldpfad der sich am Hang entlang schlängelt geht es ständig bergab bis wir Geisa erreichen.

Vorbei am Schlossplatz geht es durch den beschaulichen Ort. Die Gastronomie hat hier leider komplett geschlossen und so wandern wir nach einer kurzen Pause am Schlossplatz weiter.

Wir queren die Landstraße Geisa - Rasdorf und lassen die letzten Häuser von Geisa hinter uns. Genau vor uns liegt der Rasdorfer Berg. Über einen schnurgraden Wiesenweg geht die Extratour nun 100 Höhenmeter aufwärts.  Oben angekommen verschnaufen wir auf den Bänken und schauen zurück ins Tal.

Von hier sind es nur noch ein paar hundert Meter bis zur Gedenkstätte am Point Alpha. Jetzt ist auch eine gute Gelegenheit das Camp zu besuchen, in der ehemaligen Kantine auf dem Gelände ist eine Cafeteria.

Sternenpark

Die Biosphärenreservat Rhön ist auch ein Sternenpark aufgrund der geringen Lichtverschmutzung. Es gibt einige extra ausgewiesene Punkte um den Nachthimmel zu beobachten.  Am US Camp am Point Alpha ist einer dieser Beobachtungspunkte mit einer drehbaren „Himmelsliege“. Im Gegensatz zu manch anderen Sternenplätzen in der Rhön ist dieser in Dunkelheit auch mit dem Auto erreichbar, andere nur über eine Wanderung.

Sternenpark Point Alpha
Sternenpark Point Alpha

Unser Tourfazit - Point Alpha Extratour

Point Alpha war ein interessanter Besuch der Eindrucksvoll die ehemalige deutsche Grenze gezeigt hat. Wer in der Rhön unterwegs ist, der sollte auf jeden Fall einen Besuch einplanen.

Die 14 Kilometer lange Wanderung Extratour Point Alpha ist abwechslungsreich. Der Weg verläuft mal auf schmalen Pfaden durch den dichten Wald, mal geht es über breite Wege über die offenen Höhen. Die Beschilderung ist perfekt und die Tour sicherlich empfehlenswert. Auch wenn es auf der Runde abwechselnd durch Thüringen und Hessen geht, hatte ich von der Tour mehr deutsche Geschichte erwartet.

Es geht nur ein kurzes Stück über den ehemaligen Grenzstreifen und vorbei am Point Alpha, der Rest der Wanderung hat damit aber dann nichts mehr zu tun.

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