Schwarzwald

7 Tage mit dem Wohnmobil durch den Schwarzwald - Mai 2018

Ich war noch niemals im Schwarzwald, zumindestens nicht bewusst. Klar mal dran vorbei oder durch gefahren, aber Urlaub im Schwarzwald? Nein, bisher nicht. Mein Bild war das übliche, Donauquelle, Feldberg, Titisee und Kuckucksuhren .... Irgendwo hatte ich mal gelesen das der Schwarzwald eigentlich von Menschen wieder aufgeforstet wurde, nach dem die Holzindustrie im 18. Jahrhundert die natürlichen Wälder gerodet hatte. Amsterdam steht wohl zum größten Teil auf Baumstämmen aus dem Schwarzwald ....

Wir hatten keinen festen Plan. Im Norden mit der Schwarzwaldhochstraße beginnen und uns dann Richtung Süden treiben lassen, Trieberger Wasserfälle, Titisee, zwei Tage wandern...

Rückblickend war die Tour für uns perfekt, klar kann man in einer Woche nicht den kompletten Schwarzwald erkunden, und manches geplantes "Highlight" war am Ende nur eine Randnotiz.

 

Das Nationalparkzentrum bei Ruhestein haben wir nicht besucht, es erfolgte grade der Neubau. Stattdessen haben wir am Lotharpfad halt gemacht und sind eine knappe Stunde über den Bohlenweg gelaufen. Von den Orkanschäden des Sturms Lothar 1999 erkennt man nur noch vermooste Stämme und Stümpfe, längst hat sich hier eine neue Generation Wald breit gemacht. Aufgeforstet wurde nach 1999 hier nicht mehr, und so ist die Gegend um den Lotharpfad wahrscheinlich die erste natürliche Waldentwicklung des erst 15 Jahre später gegründeten Nationalparks.

Von hier aus ging es weiter bis nach Kniebis um dort einen ausgiebigen Spaziergang zum Aussichtspunkt Ellbachsee zu machen. Die Rundweg führte durch die herrlichen Wälder bis zu Aussichtspunkt und wieder zurück zum Skilift in Kniebis.

Es war Nachmittag geworden, die Schwarzwaldhochstraße war inzwischen viel befahren, knatternde Motorräder heulten um die Kurven. Wir beschlossen uns irgendwo ein ruhiges Plätzchen für eine längere Pause zu suchen und dann nach Baiersbronn zum Stellplatz zu fahren.

Alle Infos zur Schwarzwaldhochstraße könnt ihr hier nachlesen, den Stellplatz Gernsbach und Baiersbronn findet ihr in meinen Stellplatzbeschreibungen hier und dort.

Weiter ging die Fahrt durch das Gutachtal, der ursprünglichen Heimat des schwarzwälder Bollenelhutes. Von diesem Streckenabschnitt hatten wir eigentlich landschaftlich mehr erwartet. Vielleicht blieben uns die Reize auch heute verborgen, aber weder das Tal noch die Dörfer die an uns vorüberzogen übten eine echte Schwarzwald-Faszination aus. So blieb es dann bei einem Stopp am Haus der Tausend Kuckucksuhren, auch wenn so eine zwitschernde Uhr bei mir wahrscheinlich keine Woche überleben würde....

In Trieberg schauten wir kurz auf den etwas trostlosen Stellplatz, so das wir nach Unterkirnach weiter gefahren sind. Dort gab es zum Ausgleich noch eine kurze Wanderung auf dem Erlebenispfad. Infos zum schönen Stellplatz findet ihr hier.

Unser Weg führte uns weiter Richtung Süden da wir am nächsten Tag in der Wutach Schlucht wandern wollten. Irgendwie standen wir dann ungeplant vor Titisee-Neustadt, und klar, wenn wir eh hier sind, mal schauen ... Wir können ja an einem anderen Tag nochmal wiederkommen.

Wahrscheinlich werden die Busse von Trieberg direkt nach Titisee weiter geleitet .... Keine Frage, die Aussicht über den See ist schön, aber ich werde den Verdacht nicht los das das ganze Dorf nur für die Touristen gebaut wurde.

 

Für uns geht es nach dem Abstecher weiter, für die Wanderung in der Wutachschlucht bietet sich der Stellplatz in Bonndorf an. Nach zahlreichen Straßensperrungen kommen wir endlich in Bonndorf an und müssen feststellen, das der Stellplatz eher einem Tennisplatz im Wohngebiet gleicht. Das wirkte auf uns etwas trostlos, vielleicht weil auch kein einziges Mobil auf dem Platz stand. Ein neuer Plan musste her ....

Der Schluchsee ist nicht sooo weit weg, und auch wenn der Stellplatz lt. Bilder nur ein Parkplatz ist, so hat irgendwie alles andere mehr zu bieten als Bonndorf.

Das Bauchgefühl war wieder einmal richtig, nach kurzer Fahrt standen wir am Stellplatz Schluchsee mit Blick auf dem See, einer schönen Gassi Runde entlang des Sees und einem netten Abend in einem Restaurant. Details zum Stellplatz findet ihr hier.

Nach der Wanderung sind wir zunächst zum Stellplatz an der Breg nach Hüfingen gefahren. Dr erste freilaufende Hund begrüßte mich schon beim Aussteigen, was nun unsere Hundedame gar nicht so mag. Als ich dann das Stromkabel einstecken wollte und gesehen habe, das hier alles nur mit Münzen läuft und der Stellplatzwart irgendwann mal vorbei kommt haben wir das Weite gesucht. Wir sind nicht hier zum Dauercamping oder Wohnmobil putzen, danach sah der Platz eher aus.

Entlang der Wutach fuhren wir weiter und landeten so auf dem viel schönerem Platz in Blumberg, OT Achdorf. Der Platz ist eine riesige Wiese unter Bäumen und landschaftlich schön gelegen. Eine Kurzübersicht findet ihr hier.

Wir fahren nach Todtnau und stellen uns einsam auf den Stellplatz am Stadtpark, hier wird auch die ganze Nacht keiner mehr kommen. Das Zentrum ist zu Fuß in 10 Minuten erreichbar und wir schlendern durch die Gassen. In einem Sportgeschäft suche ich Ersatz für meine Wanderstöcke, der Billig-Kram hat gestern in der Wutachschlucht kläglich versagt, die Klappstöcke halten nicht und fahren ruckartig zusammen. Mit ein paar neuen Leki Stöcken im Gepäck verbringen wir den Nachmittag und Abend in Todtnau.

Infos zum Stellplatz gibt es wie immer hier.

Es ging zurück nach Todtnau und von dort aus in das nahe Schönau auf den Stellplatz.

Wir beschließen noch etwas weiter südlich zu fahren um den letzten Abend in Zell im Wiesental zu verbringen. Zunächst sind wir unsicher, da es dort nur einen kostenlosen Stellplatz für 2 Mobile gibt, aber dort war alles leer. Stellplatzinfos hier.

Ein letzter Spaziergang durch die Täler mit Blick auf Zell und dann müssen wir morgen früh Abschied nehmen.

Wir werden einige Zeit brauchen um alle Eindrücke zu verarbeiten, aber eins steht jetzt schon fest, irgendwann fahren wir wieder in den Schwarzwald. Anfang Mai war eine perfekte Zeit, die Region erwacht grade aus dem Winterschlaf und es ist noch nicht allzuviel los. Zur Hochsaison mag das alles anders aussehen, grade die wenigen Stellplätze werden dann wahrscheinlich hoffnungslos überfüllt sein.

 

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